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Für Zoologen ein Muss!
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Viele Käufer beschreiben den Kükenthal hier als notwendiges Übel, das kaum zur Prüfungsvorbereitung taugt. Das zeigt allerdings höchstens, das sie das Buch als Konzept und mit seiner Geschichte nicht verstanden haben und auch nicht begriffen haben welche Aufgabe sich die Generationen von Autoren damit gesetzt haben.
Ich habe das Buch in einer früheren Auflage benutzt und dann später als studentische Hilfskraft und als Diplomand und Doktorand bei der Betreuung von Kursen eingesetzt. Der Kükenthal ist kein Lehrbuch und dient nicht im eigentlichen Sinne zur Prüfungsvorbereitung. Er umfasst "das Zoologische Praktikum" in seiner Gänze wie Willy Kükenthal, der Begründer des Buches, sich das praktische Erfahren, das "Begreifen" der Tiermorphologie und Systematik vorgestellt hat.
An der Mainzer Uni gab es noch eine Weile das Zoologische Praktikum in recht klassischer Ausprägung. Allerdings aufgeteilt in mehrere Kurse. Nämlich das zoologische Grundpraktikum im Grundstudium, Protostomia, Artikulata, Deuterostomia im Hauptstudium.
Das moderne Biologiestudium lässt keine Zeit mehr das Tierreich so umfassend kennenzulernen, wie es zb. noch zu den Zeiten möglich war, als die Professoren studierten, die in den letzten 10 Jahren in den Ruhestand gegangen sind.
Die Biologie ist so unglaublich gewachsen und die biochemischen, molekularbiologischen, proteomischen Themen haben so an Gewicht und umfang zugenommen, das die klassische Botanik und Zoologie als Kern der biologie wie sie die ersten 150 Jahre dieser Wissenschaft verstanden wurde nicht mehr haltbar ist.
Die Tiefe des zoologischen Wissens das dieses Buch vermitteln will kann heute nicht mehr vermittelt werden. Andere Inhalte haben den Platz und die Zeit eingenommen. Dennoch ist es kurzsichtig das wissen, das im kükenthal steckt als alt und verstaubt zu brandmarken. Dieses wissen wird immer wieder gebraucht werden, auch um die neuen modernen Anteile der Biologie richtig verstehen und einschätzen zu können. Es kann Proteomiker und Zellbiologen eben nur dann vernünftig geben, wenn es auch Feldbiologen, Ökologen, Morphologen, Museumsbiologen und Zoobiologen gibt.
Ich verstehe natürlich wenn nicht wenige Leute sagen: Was soll ich mit dem Schinken? Doch das wird dem Buch nicht gerecht. Es gibt einen Einblick, was die zoologischen Methoden der Beobachtung, des Strukturverstehens, des präparierens und der mikroskopie an tiefem Verständnis ermöglichen. Das Prüfungsrelevante wissen soll der Dozent vermitteln. Mit Vortrag, Skript, Lehrbuch und eigenständigen Schwerpunkten. Versteht den Kükenthal als das was er ist: Ein Nachschlagewerk und eine Sammlung von Anleitungen wie man zum Begreifen und Erfahren der Vielfalt des Tierreiches und zum Verständnis von einzelnen Problemen kommt.
Eine Rezension von Sven Zrner "Sven Zoerner" > Mainz, Germany
vom 8. Januar 2010 | | |
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