Wir alle sind Sternenstaub. Gespräche mit Wissenschaftlern über die Rätsel unserer Existenz


 
Einzigartig!
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Wir alle sind Sternenstaub. Gespräche mit Wissenschaftlern über die Rätsel unserer Existenz (Broschiert) Ich habe "Wir alle sind Sternenstaub" in weniger als zwei Tagen durchgelesen und war ganz überrascht, als kein Kapitel mehr übrig war. Ein großer Vorteil: man muss nicht chronologisch lesen (darf aber natürlich), sondern kann nach Lust und Laune zwischen Genen und Elemenarteilchen, Bienen und Hirnforschung hin und her springen. Natürlich ist das nur die halbe Wahrheit - eigentlich weniger - denn die besuchten Forscherinnen und Forscher (meist letztere, wie der Autor in seiner Einleitung freimütig zugibt) sprechen über sehr viel mehr als nur ihr Fachgebiet. Wie sie überhaupt gerade dazu kamen, ist eine der häufigsten und persönlichsten Themen; Ethik eines der zentralen Probleme in Hirnforschung und Genomik. Das Interview mit dem bekannten Gen-forscher Craig Venter, seines Zeichens Leiter des Human Genom Projects, gehört sicherlich zu den aufwühlenderen (der Mann ist genauso, wie man ihn sich vorstellt... nicht böse gemeint). Eine in früher Jugend nach Deutschland emigrierte Hirnforscherin spricht über Erinnerung und leitet dabei ganz emotional zu ihrer alten Heimat über; der Physiker und Nobelpreisträger Steven Weinberg gibt nicht nur gute Ratschläge für jederman, sondern lässt auch erstaunliche Bescheidenheit erkennen - hatte der Autor doch (selbst studierter Physiker) laut eigenem Bekunden vor ihm die meiste Angst. Aber Weinberg blickt halt auf ein langes Leben zurück. Aber bevor ich mich hier gänzlich verliere: KEIN anderes Buch lässt wohl so gut erkennen wie dieses, dass Wissenschaftler eben letztlich auch nur Menschen sind, mit Höhen und Tiefen, Ecken und Kanten - und wirkt damit einem weit verbreiteten Klischee entgegen. Die Gespräche sind auf facettenreichste weise aufschlussreich, besonders wenn der Autor seine eigene lebenserfahrung mit einfließen lässt, anstatt den kühlen und objektiven Journalisten zu imitieren - das kommt, angenehmerweise, eigentlich nie vor. Natürlich ist dieses Buch nicht geeignet, um sich besondere Sachkenntnis über die einzelnen Disziplinen anzueignen, aber dafür gibt es ja tonnenweise Material im Buchhandel. Dieses hier ist einzigartig, denn es zeigt die Menschen hinter diesen Kenntnissen.
Anzumerken wäre der vollständigkeit halber vielleicht noch, dass die Auswahl dabei - der Autor erwähnt dies im Vorwort - relativ subjektiv erfolgt ist, so subjektiv wie die Gespräche selbst es sind. Besucht wurden die Menschen, die Stefan Klein für interessant befand. Aber welche Maßstäbe sollte man auch sonst anlegen? Prestige? Einen repräsentativen Schnitt an Fachgebieten. In der Wissenschaft, bzw. für ein solches Buch, sind das kaum sinnvolle Kriterien. Auch das - ich erwähnte dies oben - ungleiche Mann-zu-Frau-Verhältnis erwähnt Klein in seiner Einleitung; ebenso die Tatsache, dass fast alle Interviewpartner weißer Hautfarbe sind. Er deutet dies, trotz seines subjektiven Blickwinkels bezüglich der Wahl der Interviewpartner, als bedauerlichen Hinweis auf den Charakter der Demographie der derzeitigen Forschungslandschaft. Leider könnte er sogar Recht haben; zwei Interviews wurden mit (weißen) Wissenschaftlerinnen geführt, zwei andere mit dunkelhäutigen Wissenschaftlern. Auch auf andere aufschlussreiche Differenzen eher, nun ja, psychischer Natur geht der Autor in seiner interessanten Einleitung ein, aber - lesen Sie selbst! Als Fazit bleibt: Wer schon immer einmal hinter die Fassade der oft so kühlen und unpersönlichen Forschungslandschaft blicken wollte, kommt an diesem Buch gar nicht vorbei!
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 9. Mai 2010
Kundenrezensionen:
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